Diakonie Tagespflege Heerdt

Musik und Klänge Basis-Workshop in der Diakonie Tagespflege Heerdt

Vom 05. – 07.07.2018 organisierten wir in der Diakonie Tagespflege Heerdt einen Musik und Klänge Basis-Workshop. Die 7 Mitarbeiter der Tagespflege waren sehr engagiert und die geplanten 16 Stunden wollte das gesamte Team nutzen. Wir verteilten den Workshop daher auf Donnerstag Abend, Freitag und Samstag Vormittag.

Referenten: 

  • Juno Sommer – Pflegefachwirtin
  • Casper Harbeke – Referent für Musik und Klänge

Tag 1 | 05.07.2018 – Donnerstag Abend

Vorstellungsrunde 

Die Mitarbeiter und die Referenten stellten sich vor und teilten mit, welche Erwartungen  Informationen sie zu diesem Workshop haben.

Die Referenten teilten mit, das musikalische Vorkenntnisse nicht notwendig sind.

Anschließend wurde die Ablauforganisation besprochen.

  • Für den folgenden Tag sollen die Instrumente und Klangmöbel den Tagespflegegästen vorgestellt werden. Darüber hinaus sollen für die Tagespflege geeignete Einsatzmöglichkeiten gefunden werden.
  • Die Mitarbeiter sollen erfahren, wie sie die Instrumente als „Handwerkszeug“ in ihrem Arbeitsalltag einsetzen können, ohne das zusätzliche Arbeit dadurch entsteht. Musik und Klänge als Alltagsbegleiter.

Es folgte die Einführung in die mitgebrachten Instrumente.

Tag 2 | 06.07.2018 – Freitag

Den Mitarbeitern wurden in die Möglichkeiten der musikalischen Alltagsbegleitung aufgezeigt. Es fanden gemeinsame Überlegungen statt, wie die Tagespflegegäste mit Musik und Klängen angesprochen werden können. Dabei wurden die Fähigkeiten und Einschränkungen der Gäste individuell überlegt und den Angeboten zu Grunde gelegt.

Caspar Harbeke leitete den musikalischen Teil des Workshops und zeigte unter anderem, wie Klänge taktil – also über den Tastsinn der Hände und der Haut – wahrgenommen werden können. Außerdem erklärte er, was es für Möglichkeiten mit Monochorden, Klangschalen und Percussion bei Menschen mit Demenz gibt.

Die Mitarbeiter waren mehrheitlich musikalische Laien und im ganzen Workshop waren keine Notenkenntnisse notwendig.

  • Das Konzept Musik und Akkordbegleitungen nach Farben wurde vorgestellt und mit den Mitarbeitern in der Praxis zu Pflegenden erprobt. 
  • Anschließend wurden Rhythmusübungen mit verschiedenen Instrumenten ausprobiert
  • Tipps und Erläuterungen zu einfachen harmonischen Zusammenhängen 
  • Nach kurzer Zeit gelang es gemeinsam etwas zu musizieren
  • Am Vormittag und am Nachmittag wurde in Gruppen gesungen und musiziert
  • Am Vormittag und am Nachmittag wurden in Einzelbetreuung die Klangmöbel den Gästen vorgestellt und ausprobiert
  • Die Schwingungen von Musik und Klängen sind nicht nur hörbar, sondern lassen sich im ganzen Körper wahrnehmen. Diese Körperwahrnehmung fördert die Achtsamkeit und das Eigenbewusstsein und kann sich sowohl beruhigend als auch stimmungsfördernd auf das Wohlbefinden auswirken

Tag 3 | 07.07.2018 – Samstag Vormittag

Juno Sommer leitete den theoretischen und fachspezifischen Teil des Workshops.

Sie zeigte auf, wie Musik und Klänge für die Begleitung von Menschen mit Demenz gezielt eingesetzt werden kann. Sie erklärte darüberhinaus, wie sich Musik und Klänge mit Integrativer Validation verbinden lassen. 

Es wurde überlegt, welchen Zusammenhang es zwischen Schwerhörigkeit und Demenz Symptomen gibt. 

Arbeitsgruppen

Im Anschluß wurde in zwei Arbeitsgruppen überlegt, welche Wirkungen Musik und Klänge für Menschen lebenslang haben. 

Unter folgender Fragestellung haben die Mitarbeiter aus Ihren Erfahrungen heraus zusammengetragen:

Was Musik bewirkt – Warum ist Musik wie ein guter Freund?

  • Schafft Gemeinschaft
    -verbindet international
    -fördert Zusammengehörigkeitsgefühl und Kooperation
    -erleichtert die Kommunikation
    -Musik ist ein Freund und wer mitsingt ist auch ein Freund
    -Musik kann ein Gegenüber sein
    – Musik ist ansteckend
    -Musik ist Freude und Genuss
  • Musik aktiviert positive Gefühle
    -steigert das Selbstwertgefühl
    -verbessert den Selbstausdruck
    -hilft, zu sich selbst zu kommen
    -verbindet mit Freunden
    -kann positive Erinnerungen wecken
    -ist ein inneres Zuhause
    – wirkt befreiend, hilft Emotionen auszudrücken
    -weckt Erinnerungen
    -hilft, Gefühle auszudrücken
    -kann Gefühle ausdrücken, für die uns die Worte fehlen
    -kann ein Lächeln erzeugen
    -hilft, auch Tränen zu weinen
  • Musik aktiviert Heilungsprozesse
    -aktiviert Selbstheilungskräfte
    -kann den Zugang zu den eigenen Gefühlen wiederherstellen
    -tröstet und berührt
    -kann helfen Lebensveränderungen anzunehmen
    -kann helfen loszulassen
    -fördert Mobilität
    – fördert Hirnleistung
    -Musik fördert die Regeneration
  • Musik führt zu Entspannung
    -verändert die Atmung
    -geistige Entspannung – Geist kann zur Ruhe kommen
    – Veränderung der Athmosphäre
    -positives Körpererlebnis
    -Tiefenentspannung
    -fördert die Muskelentspannung
  • Musik kann Struktur geben
    -z.B. mit Musik in Bewegung kommen – bei  Morbus Parkinson
    -ist etwas Vertrautes
    -ist eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Fazit

Musik ist gesund. Und zwar in jeder Hinsicht und vor allem, wenn man sie selber macht.

Anmerkung zu den Instrumenten

Die Mitarbeiter haben eigenverantwortlich nach Budgetvorgabe ein Sortiment gewählt. In den kommenden Wochen erfolgt die Lieferung der ausgewählten Instrumente. Bis dahin verbleiben Leihinstrumente zur Nutzung in der Einrichtung.