eHealth Konferenz in Köln

Im Mai beschloss das Bundeskabinett den Gesetzentwurf für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen. Ziel ist es, effektiver und effizienter zu behandeln und dabei die größtmögliche Datensicherheit zu wahren. Parallel dazu gibt es laufend neue Entwicklungen in der Medizintechnik: 3D-Drucker produzieren Ohren und Herzen, in den OP-Sälen helfen Roboterarme statt Krankenschwestern.

Der Wandel im Gesundheitsbereich ist in vollem Gange!

Bei der eHealth Konferenz freuten wir uns auf die neuesten Erkenntnisse aus Wirtschaft und Forschung sowie innovative Startups, die den Gesundheitssektor aufmischen möchten.

Mich persönlich hat die Frage umhergetrieben, wollen wir jung bleiben oder gesund alt werden? Damit stellte sich bei der Podiumsdiskussion endgültig heraus, dass wir Würde und Selbstbestimmtheit nicht vernünftig in Euro umrechnen können und sich viele Leistungen an neuen Werten messen müssen.

Nach der Eröffnung des Veranstalters Dr. Lorenz Gräf im Startplatz wendet sich Herr Torsten Menne mit einem Grußwort des Ministeriums Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW an die Zahlreichen Teilnehmer.

Dr. Tom Albert von der AXA und Victoria Blechman-Pomogajko vom Startplatz

Dr. Tom Albert von der AXA und Victoria Blechman-Pomogajko vom Startplatz

Was wird Fortschritt genannt?

Herr Menne stellte die Frage nach Fortschritt in den Mittelpunkt. „Was wird Fortschritt genannt?“ Schneller höher weiter reicht nicht aus um wirklich Fortschritt genannt zu werden. Technische Innovationen seien ebenfalls nicht wirklich fortschrittlich – denn wo steht dabei der Mensch? „Entscheidend ist was Innovationen bei und mit den Menschen bewirken. Es geht um gesellschaftlichen Fortschritt.“ Fortschritt NRW will genau das fördern. „Mit Sicherheit spricht, wer über die Zukunft der Pflege spricht, auch über eHealth.“ So Thorsten Menne. Wir müssen dazu Vertrauen als Geschäftsmodell entwickeln, für Freiheit, Aufklärung und Selbstbestimmtheit.

Telemedizin

Bei einem Vortrag zu Telemedizin konnte mit den Zahlen für den Stadtteil Rodenkirchen, der Eifel und dem Bund deutlich gemacht werden, welchen Mehrwert diese Technologie bietet um die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum zu unterstützen. Die 7,5 Ärzte / 1.000 Einwohner in Rodenkirchen (der Bundesschnitt liegt bei 3,5 Ärzten / 1.000 Einw.) und die 2,5 Ärzte / 1.000 Einwohner in der Eifel sind sich laut Laura Kolanoski & Dr. Flügel Bleienhueft der GKS einig, dass die personelle Entlastung vor finanziellem Vorteil steht.

Eine wahre Erfrischung war Dr. Peter Haas von der FH Dortmund. „Wir stehen international bei der Umsetzung ganz hinten“. Standesmachtpolitik, Vorbehalte der Ärzte, Finanzierung, Fehlende Evaluation und Ängste der Bürger nannte er im Einklang mit fehlenden Vorgaben und Standards.

Prof. Dr. Peter Haas von der FH Dortmund

Prof. Dr. Peter Haas von der FH Dortmund

Gesellschaftliche Probleme

Bei der Frage nach dem Nutzen sollten wir überlegen „Welcher Schaden entsteht wenn wir es nicht tun. Mit Technik lassen sich keine gesellschaftlichen Probleme lösen.“ schließt Prof. Dr. Haas.

Dr. Tom Albert von der AXA knüpfte an und sagte: „Wir alle wissen was gesund ist. Aber wir machen es nicht.“ Die Schuld oder die Verantwortung auf die da oben zu übertragen sei schlicht zwecklos. „Noch nie kam eine Revolution von oben.“

Dem entsprechend fanden im Anschluss viele Unternehmen wie Medisana oder Ambigate Raum um ihre Konzepte und auch die Idee dahinter zu präsentieren.

Ulrich Schulze-Althoff von Medisana

Ulrich Schulze-Althoff von Medisana

Mit sonnigen Grüßen
Armando Sommer

 

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